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Ein Burghof mit Musik

Das Team vom Transit Festival Klempenow

Das Org-Team vom Transit Festival Klempenow. Foto: Ralph Schipke

Vier Freunde, ein gutes Netzwerk, sechs Bands, eine Burg und viel Publikum – mehr braucht es nicht, um ein Musikfest auf dem Lande ins Leben zu rufen.

Schon mit 15 hat Undine Spillner Karten bei Jazz-Konzerten in Klempenow abgerissen. „Ich bin praktisch auf der Burg groß geworden“, sagt die Mit-Erfinderin und -Initiatorin des 1. Transit-Festivals im Tollensetal. In ihrer Kindheit sei sie hier durch die Gegend gerannt und habe mit Freunden Quatsch gemacht. Heute schreibt sie an ihrer Diplomarbeit als Kulturmanagerin, und bekam inzwischen zwei Kinder, von denen eins heute auf dem Burghof „rumrennt und Quatsch macht“.

Und sie hat gute, verlässliche Freunde, mit denen sie im Januar geklönt und fantasiert hat. Heraus kam eine Idee: „Eigentlich müssten wir in Klempenow ein Musik-Festival machen!“ Festival-Erfahrung mit Kultur auf der Klempenower Burg hat die 31-Jährige schon beim Projekt „Der neue Heimatfilm“ sammeln können. Dieses Filmfest gab es bereits acht Mal und es wird ab Anfang August wieder ihre Arbeitstage ausfüllen. Doch diesen Sonnabend ist erst mal Musik dran. „Es ist schön zu sehen, welche Früchte Kulturarbeit trägt und es macht mir Spaß mein erlerntes Handwerkszeug anzuwenden“, kommentiert sie ihr Engagement fürs kulturelle Landleben. Vier Freunde – Anne Klüsner, Friedrich Mierau und Undine Spillners Lebensgefährte Christian Herfurth, die auf einem guten Netzwerk sicher stehen, haben sich einfach so ein Festival ausgedacht.

„Sollte es nicht auf Anhieb klappen, lernen wir was fürs kommende Jahr“, antwortet Undine Spillner ganz locker auf die Frage, ob denn noch etwas schief gehen könnte, wenn gegen 14 Uhr als erste Band – die „The Hinking Sinking Ladies“ aus Berlin die Festivalpremiere anstimmen. Die Bühne auf der Wiese vor der Burg ist „nur“ 18 Quadratmeter groß. „Ich hätte mir mindestens das doppelte gewünscht“, sagt die Pressesprecherin des neuen Festivals hinter vorgehaltener Hand. „Doch wir haben letztlich beschlossen, dass wir im nächsten Jahr die Bühne vergrößern und aus dieser kleinen das Beste machen.“

 Traum vom Neil-Young-Konzert

Mindestens 170 zahlende Gäste müssten kommen, damit sich die Neukreation in Klempenow trägt, meint sie. „Selbst bei schlechtem Wetter hätten wir bis zu 600 Plätze im Kulturstall parat“, strahlt sie totalen Optimismus aus. Und sie verrät noch einen Traum, der angesichts der schier unendlichen Zuversicht der jungen Kulturmanagerin fast nicht unmöglich klingt. Da sie selbst zum Neil-Young-Konzert im Juni quasi mit ihrem Jüngsten – Levi – gerade der Hebamme „Tschüss“ gesagt hatte und noch nicht in die Berliner Waldbühne konnte, träumt sie von einem Geheimkonzert des „Erfinders des Grunge“ auf großer Bühne für sich und Freunde am Ufer der Tollense. Unmöglich? Verrückt!? Traumhaft!

Transit Festival Burg Klempenow: Diesen Sams- tag ab 14 Uhr mit Musik von Krach (Ska aus Greifswald), Roy De Roy (Balkanpunk aus Wien), Rider’s Connec- tion (Reggae Beatbox aus Berlin), Stormbirds (Blues Rock aus Berlin und Greifs- wald), The Hinking Sinking Ladies (Mädchenmusik aus Berlin) und Paul Kamp (Songwriter aus Rostock).

www.transit-festival.de

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